© fallen star Verlag 2010-2011
Leseprobe
Der höllisch heiße Roman von
Inka Loreen Minden.
Was wäre, wenn nicht nur die Hölle,
sondern auch die Menschen- und
Mythenwelten von einer einzigen
Frau regiert würden? Noch dazu einer,
die ebenso teuflisch attraktiv wie ge-
fährlich ist?
Das ist Cains größte Sorge, als er in
New York auf Raja, die Tochter eines
Elfen und der machtgierigen Höllen-
fürstin, trifft.
Der Engel setzt alles daran, dass ein
gestohlener magischer Kelch nicht in
ihre Hände fällt. Dieser verleiht sei-
nem Besitzer die alleinige Herrschaft
über alle Welten, wenn man ihn mit
sieben besonderen Zutaten füllt. Da-
her muss der Kelchdieb, ein gefähr-
licher Magier, unbedingt aufgehalten
werden. Ein globaler Wettlauf gegen
die Zeit beginnt.
Doch als Engel in einem funktions-
tüchtigen, menschlichen Körper zu ste-
cken, kann ganz schön fies sein, wenn
Raja mit weiblicher Verführungskunst
versucht, an den Kelch zu gelangen ...
Broschur, Überformat 15 x 22 cm
EUR 14,90
Cain spürte mit jeder Faser seines Seins, dass alle Welten – die der Menschen, die
mythische und selbst die himmlischen Sphären – in ewige Verdammnis stürzen
würden, wenn er versagte. Versklavung wäre die Folge. Das Böse hätte gewonnen.
Das Gleichgewicht der Mächte wäre für immer zerstört. Das Universum würde
unwiderruflich ins Chaos stürzen.
Das musste nicht passieren, aber ihre Organisation war sich diesbezüglich ziemlich
sicher. Was sollte jemand sonst mit dem mächtigsten Artefakt, das je erschaffen
wurde, anfangen wollen?
Cains Puls raste immer noch, doch nach außen hin bemühte er sich, ruhig zu wirken.
In Wahrheit war er schon lange nicht mehr so aufgeregt gewesen. Einen derart
brisanten Fall hatte er in seiner ganzen Existenz als Mitglied des Sonderkommandos
noch nie gehabt.
»Ich glauben nicht, dass gewöhnliche Dieb«, sagte Mr Fang Cheng, der Cain zeigte,
wo er die Phiolen mit Drachenblut versteckte.
Cain befand sich mit dem alten Chinesen im Keller von dessen New Yorker Laden
und kletterte gerade durch einen Schrank. Hier war alles staubig, doch das störte ihn
nicht. Es gehörte nun mal zu seinem Job, sich nicht nur die Hände schmutzig zu
machen. Er kam gerade aus den kanadischen Wäldern; Tannennadeln klebten an
seinem weißen T-Shirt, der dunklen Cargohose und in seinem zerzausten schwarzen
Haar.
Die Rückseite des Schrankes verbarg eine Geheimtür – wie ihm der Chinese mitteilte
–, hinter der ein weiterer unbeleuchteter Raum lag. Darin roch es nach Erde, aber er
war trocken und frei von Ratten.
Mr Fang blieb auf seinen Gehstock gestützt vor dem Schrank stehen und richtete mit
der anderen Hand den Strahl einer Taschenlampe an Cain vorbei auf ein Holzregal.
»Es fehlen nur eine Flasche. Warum Dieb nicht alle mitgenommen?«
Das fragte sich Cain allerdings auch, denn Drachenblut war äußerst selten und sehr
begehrt – im 21. Jahrhundert natürlich noch mehr als im Mittelalter, da Drachen
beinahe ausgestorben waren. Die Flüssigkeit brachte auf dem Schwarzmarkt
Millionen ein. Zudem waren keine Spuren eines gewaltsamen Einbruchs zu
erkennen. Entweder hatte der Dieb gewusst, wo er suchen musste, oder es war Magie
im Spiel gewesen.
»Wem ist noch bekannt, dass Sie hier wertvolle, magische Zutaten aufbewahren, Mr
Fang?«, fragte Cain, wobei er sich durch das schwarze Haar fuhr. Der alte Mann
arbeitete schon seit Jahren eng mit ihnen zusammen; er galt als absolut
vertrauenswürdig.
Der Chinese runzelte die faltige Stirn, auf der im matten Schein der
Kellerbeleuchtung Schweißtropfen glänzten. Er zeigte seine wahren Emotionen
genauso wenig offen wie Cain. »Außer Ihrer Organisation?«
Cain nickte.
»Niemand.«
Der Alte sagte die Wahrheit – das spürte Cain. Mr Fang verkaufte das Drachenblut
nur an Magier oder Mediziner, die gemeinsam mit ihnen gegen das Böse arbeiteten.
Sie nutzten diese Mittel, um Gutes zu tun und Menschen zu heilen, die mit
Dämonenmagie vergiftet wurden. Aber das gestohlene Fläschchen wurde dazu
missbraucht, ein uraltes, magisches Artefakt zu aktivieren. Das Hauptquartier ihrer
Organisation, der Excelsior Corporation, hatte vor drei Stunden, um Punkt 23 Uhr,
die höchste Alarmstufe ausgerufen, als ihre Satelliten in einem entlegenen Waldteil
Kanadas einen extrem erhöhten Energiewert aufgefangen hatten. Nur ein magisches
Artefakt sendete derart intensive Energiesignaturen aus, wenn es aktiviert wurde:
der Kelch!
Vor vielen Jahrhunderten von Merlin erschaffen, weil er den Heiligen Gral
nachbilden wollte – was leider völlig misslang –, hatte das Gefäß bis jetzt gut
versteckt die Zeiten überdauert. Nur ganz wenige Eingeweihte des Hohen Rates der
Engel wussten, wo sich das weltweit gefährlichste Artefakt befand, mit dem quasi
jeder Zauber gewirkt werden konnte. Doch jemand hatte es aufgespürt, so
unglaublich das klang, und benutzte es nun für seine Zwecke.
Als Cain in der kanadischen Wildnis eingetroffen war, hatte er niemanden mehr dort
vorgefunden. Aber vielleicht bekam er hier in Chinatown einen Hinweis auf den
Dieb. Irgendjemand musste doch etwas bemerkt haben!
»Wurde sonst noch etwas entwendet, Mr Fang?«, rief Cain durch den Schrank.
»Lassen Sie mich sehen.« Mr Fang reichte Cain einen Schlüssel, den er an einer Kette
um den Hals trug. »Für die Luke im Boden. Ich mich schwer tun mit Öffnen. Dort
nur Zutaten, die ich nicht verkaufe. Sollten auch längst nicht mehr hier sein.«
Cain trat ein Stück zur Seite und drehte den Schlüssel im verrosteten Schloss, doch …
»Es ist offen!«
Der alte Mann murmelte einen chinesischen Fluch. Sein aschfahles Gesicht wurde
noch weißer, während Cain mit Leichtigkeit, doch mit heftig pochendem Herzen, die
schwere Tür anhob. Eine Truhe stand in dem dunklen Loch, gefüllt mit weiteren
Phiolen. Der Chinese leuchtete wieder mit der Taschenlampe hinein, um die
Fläschchen durchzuzählen. Plötzlich wurden seine Augen groß und er begann noch
einmal von vorne.
»Du liebe Güte, es fehlen eine Flasche mit schwarzem Dämonenblut!« Der alte Mann
wollte Cain die Lampe geben, aber er sah die Phiolen auch im Dunkeln. Er
erschauderte. Aus jeder seiner Poren trat kalter Schweiß. Sein Puls raste. Schon ein
Tropfen dieser Flüssigkeit war tödlich! Verdammt, was auch immer der Kelchdieb
vorhatte – jetzt besaß er die mächtigsten Zutaten, um Schwarze Magie zu wirken!
Die Verantwortung legte sich wie Blei auf Cains Schultern. Die Panik, seine Aufgabe
nicht erfüllen zu können, schnürte ihm fast die Luft ab.
»Wieder nur eine Flasche«, murmelte der Alte in seinen Bart. »Wer sich Gelegenheit
entgehen lässt?«
»Warum bewahren Sie so gefährliche Zutaten in Ihrem Laden auf, Mr Fang?«, fragte
Cain, dem an diesem Fall kaum noch etwas wunderte. Nichts schien einen Sinn zu
ergeben. »Soweit ich weiß, werden die hochgradig schwarzmagischen Zutaten im
Bunker des Zentrallagers der Magier gelagert – unter schwerer Bewachung.«
»Ja, das stimmt.« Der Chinese seufzte laut. Die Hand auf seinem Stock zitterte.
»Ausnahme das gewesen. Vor einigen Stunden mir ein Bursche Kiste gebracht, ein
junger Engel, der gesagt, habe sie Dämonen abgeknüpft. Sollte heute ins Zentrallager
gehen.«
Cain erinnerte sich, solch eine Nachricht gehört zu haben. Eine eher unwichtige
Untergruppe ihrer Organisation hatte zufällig hier in New York einen Dämonenklub
ausgehoben, der ihnen schon lange ein Dorn im Auge war, weil der Besitzer mit
verbotenen Gütern handelte. Die »Kiddies«, wie Cain die im Sinne von Engeljahren
noch sehr jungen Engel nannte, die nicht fliegen konnten, sondern sich wie
gewöhnliche Menschen fortbewegten, hatten die Kiste nicht ins Lager bringen
können. Cain hätte am liebsten jeden einzelnen von ihnen den Hals persönlich
umgedreht, weil sie derart dumm gehandelt hatten. Doch er konnte die jungen Engel
auch irgendwie verstehen. Sie wollten eben beweisen, dass sie auch etwas
draufhatten. Zum Glück war keiner von ihnen ernsthaft zu Schaden gekommen.
Dann hatte die Excelsior Corporation von dem Kelchdiebstahl erfahren und darüber
andere Aufgaben vernachlässigt. Verdammt!
Nachdem er wieder zurück in den Keller geklettert war, fragte Cain: »Gibt es einen sicheren Ort,
wo Sie die restlichen sechs Fläschchen Drachenblut und die weiteren Zutaten
aufbewahren können?«
Der alte Chinese strich sich über den langen weißen Bart und nickte. »Wohl am
besten, ich schließen erst einmal meine Laden. Alles soll in Bunker geschafft werden,
bevor das Unheil hereinbricht über uns.« In seinen wässrigen Augen lagen Kummer
und Sorge. Sein ganzer Körper bebte. Als einer der wenigen eingeweihten Menschen
wusste er, was höchstwahrscheinlich geschehen würde, sollte es dem
Sonderkommando innerhalb von sechs Tagen nicht gelingen, den Kelch zu finden
und zu deaktivieren. Sechs Tage deshalb, weil der Kelch nur eine Zutat pro Tag
aufnehmen konnte, insgesamt aber sieben brauchte, um ein magisches Gebräu
herzustellen.
Normalerweise operierte die Excelsior Corporation verdeckt, doch manchmal
wurden auch Sterbliche eingeweiht, wie Mr Fang, denn auch Wesen wie Cain
konnten ihre Augen und Ohren nicht überall haben. Sie bewegten sich stets
unauffällig unter den Menschen, weshalb sie in menschlichen Körpern steckten.
»Ich gesagt, dass sieben Phiolen Drachenblut nicht gut«, murmelte Mr Fang in seinen
Bart.
Obwohl sich auch in Cains Magen ein mulmiges Gefühl ausbreitete, ging er nicht
darauf ein, da er wusste, dass die Sieben bei den Chinesen eine Unglückszahl war.
»Okay, ich schicke Ihnen gleich ein paar Leute vorbei, die sich darum kümmern
werden«, erklärte er, bevor er dem alten Mann die steile Kellertreppe nach oben in
den Laden half und anschließend die Regalwand wieder vor die Tür schob, die den
Zugang zum Keller verdeckte. Der Shop befand sich in einer Seitenstraße von
Manhattan und wirkte eher unscheinbar. Nur wer ihn kannte, kaufte hier ein.
Tief inhalierte Cain den Duft verschiedener Gewürze und anderer Pflanzen, die
überall im Geschäft aufgehängt waren. Wohin das Auge blickte, standen Gläser und
Keramikschalen mit und ohne Deckel. Es gab sogar getrocknete Insekten und welche,
die noch lebten.
Cain verabschiedete sich, doch bevor er ging, drückte ihm der Chinese einen kleinen,
mit roter Farbe bestrichenen Kürbis, der an einer ebenso roten Schnur hing, in die
Hand. »Glücksbringer für Gesundheit und Schutz«, sagte er mit bebender Stimme.
»Den werden Sie brauchen.«
Als Cain aus dem Laden trat, sperrte Mr Fang Cheng hinter ihm ab und Cain holte
sein Smartphone aus der Tasche seiner Cargohose, um die Zentrale der Excelsior
Corporation anzurufen. Den Glückskürbis steckte er in eine andere Hosentasche am
Oberschenkel.
Cain hatte keine Ahnung, wie es jetzt weitergehen oder wo er suchen sollte. Er
konnte nicht viel tun, nur wieder warten, bis der Kelchdieb das Artefakt erneut
aktivierte. Dann musste er hoffen, diesmal schnell genug zu sein, um den Dieb zu
schnappen.
Je länger Cain darüber nachdachte, wer für die Diebstähle verantwortlich war, desto
mehr Kopfzerbrechen bereitete ihm die Tatsache, dass es nur jemand gewesen sein
konnte, der ihrer Organisation angehörte: Magier, Menschen, Engel und auch andere
Wesen wie Elfen hatten es geschafft, sich nach strengsten Aufnahmeprüfungen der
Corporation anzuschließen. Für Cain kamen jedoch nach wie vor nur Wesen in
Betracht, die schon von Geburt an düstere Charaktereigenschaften besaßen, wie …
Dämonen. Cains Gedanken kreisten unentwegt über die Unterweltler, die schon seit
Urzeiten nach der absoluten Herrschaft strebten. Wegen ihnen würde Cain nie
arbeitslos werden, denn seine Aufgabe war es, das Gleichgewicht der Mächte zu
wahren. Sein ganzes Dasein als Engel galt der Dämonenabwehr. Ein harter Job, der
stets seine volle Konzentration erforderte, doch leider auch verdammt eintönig war.
Zum Glück hatte er seinen Kollegen Crispin, mit dem es nie langweilig wurde. Sie
sahen sich zwar nicht oft, weil Cain Außendienst schob und Cris in der Zentrale
arbeitete, aber viel Zeit für andere Dinge blieb ihnen ohnehin nicht.
Es war bereits zwei Uhr morgens, doch in Chinatown herrschte immer noch reges
Treiben, also ging Cain tiefer in die Seitengasse hinein, wo es etwas ruhiger war.
Dabei hallte das von seinen schweren Einsatzstiefeln stammende Geräusch seiner
Schritte von den Hauswänden.
»Zentrale«, sprach Cain in sein Handy, das auf seine Stimme programmiert war,
damit es niemand sonst benutzen konnte, denn es erfüllte eine Vielzahl weiterer
Funktionen. Das Display seines Smartphones erhellte sich und zwei Sekunden später
leuchtete ihm das Gesicht eines blonden Mannes entgegen: Crispin.
Wer war eigentlich auf die Idee gekommen, alle, deren Namen mit C anfingen, in ein
und dieselbe Schicht zu stecken?
»Hi, Cris«, sagte Cain, wobei er sich mit der freien Hand die restlichen Tannennadeln
von seiner Kleidung klopfte. Er hatte beim Abflug aus Kanada wohl einen Baum
gestreift. »Ich brauche hier ein Verlegungskommando. Hast du meine Koordinaten?«
»Jepp, ich hab dich: New York, Chinatown, hinter Fang Chengs Laden. Hast du
schon was über den Dieb herausbekommen?« Crispin klang aufgeregt und neugierig
zugleich.
»Nein, nicht wirkl...« Plötzlich drehte sich die Welt vor seinen Augen. Er konnte sich
gerade noch auf einen schmutzigen Karton setzen, bevor sein Unterbewusstsein ihn
mit seltsamen Bildern und Sinneseindrücken überschüttete: Cains Schulter schmerzte
höllisch. Sie brannte wie Feuer, und dieses Feuer fraß sich in rasender
Geschwindigkeit durch seinen Körper. Schwer atmend und schweißüberströmt
wälzte er sich auf dem Boden, der sich hart und kühl in seinen Rücken drückte. Cain
wusste, dass seine Zeit bald vorüber war.
Etwas piekste in seine Wirbelsäule.
Steine … Cain lag auf felsigem Grund. Als er sich umsah, erkannte er eine von
Fackeln erhellte Höhle und einen Berg voller Knochen. Er konnte kaum den Kopf
drehen. Sein Körper war wie gelähmt. Der Schmerz in seiner Schulter strahlte bis in
sein Gehirn aus und vernebelte seinen Verstand.
So viel zu seinem Glücksbringer von Mr Fang. Cains Herz schien immer langsamer
zu schlagen, zudem hatte er eine Scheißangst. Doch trotz Furcht und Schmerzen
fühlte sich Cain zur selben Zeit … erregt?
Das war unmöglich! Nur eine magische Waffe konnte ihn derart schwer verletzen, da
hatte er wirklich alles andere als Lust auf Sex – dennoch fühlte sich sein Schwanz
knallhart an. Sämtliches Blut schien in seine Lenden zu strömen und Cain wagte
einen Blick zwischen seine Beine. Was er allerdings dann sah, ließ sein Herz für einen
Schlag aussetzen, nur damit es danach mit doppelter Wucht weiterschlug, als wollte
es sich zugleich gegen sein Ende auflehnen. Sein Hemd war zerrissen und entblößte
seinen Oberkörper, an dem seine Schutzweste nur noch an einer Seite hing.
Immerhin trug er noch seine Hose; sie war jedoch aufgeknöpft.
Und dort, zwischen seinen gespreizten Schenkeln, kniete eine blonde Frau. Ihre
silbernen Strähnchen reflektierten das Licht der Fackeln. Cain erkannte ein spitzes
Ohr, das zwischen ihrem Haar hervorlugte. Sie war definitiv kein Mensch und sie
leckte und saugte an seinem hoch aufgerichteten Schaft, als wollte sie ihn melken!
Nein, das konnte unmöglich sein!
Mit einer Hand hielt sie sich ein paar Strähnen aus dem Gesicht, während ihre
grünen Augen ihn fixierten. Cain konnte ihr Gesicht nicht richtig ausmachen, es
wirkte verschwommen, doch das intensive, beinahe leuchtende Grün ihrer Augen
würde er sofort wiedererkennen. Es war unvergleichlich.
»Geht’s schon besser?«, fragte sie ruppig. Ihr warmer Atem streifte seine
nassgelutschte Erektion, was Cain noch höher brachte. Da sie auf allen vieren kniete,
reckte sich ihr Gesäß in die Höhe. Jedes Detail ihrer herrlichen Rundungen zeichnete
sich durch den hautengen, ledernen Catsuit ab, den sie trug. Sie war einfach eine
Wucht! Der Reißverschluss am Hals war bis zu ihrem Busen aufgezogen und zeigte
dort den Ansatz von zwei festen ...
»Cain? Cain!«, drang Crispins Stimme wie ein Bellen in seinen Schädel vor.
Langsam tauchte Cain aus seinem tranceähnlichen Zustand auf. Die Höhle um ihn
herum verschwamm vor seinen Augen, der Schmerz in seiner Schulter war wie
weggeblasen, sein Herz schlug in einem heftigen Stakkato.
Weg...geblasen.
Cain hätte laut gelacht, wenn er nicht zu sehr mit Luft holen beschäftigt gewesen
wäre. Er saß auf dem Karton hinter Mr Fangs Laden. Die Realität hatte ihn wieder.
»Hattest du eine Vision?«, fragte Crispin ihn durch sein Smartphone. Er klang
besorgt.
Räuspernd hielt sich Cain das Display vor die Augen und wagte kaum, den blonden
Mann anzusehen, dessen Bild ihm immer noch entgegenleuchtete. Wie viel hatte Cris
mitbekommen? Hatte er seine Erregung gesehen?
»Ich hatte eine Vision, aber ich glaube nicht, dass sie etwas mit der Mission zu tun
hat.« So heftig hatte es ihn noch nie getroffen, denn normalerweise bekam er von
seiner Umgebung immer noch alles mit und blieb stets Herr seiner Sinne. Aber Cain
wusste, was seine Vorhersehung bedeutete: Sie zeigte seinen Todestag.
»Du hast dich angehört, als würdest du draufgehen. Mann, ich hatte echt Angst um
dich!« Crispin kratzte sich an einer Braue. »Also hat sie keinen Hinweis erbracht, wer
das Artefakt gestohlen hat oder wo es sich gerade befindet?«
Cain blickte nicht mehr in die Kamera seines Handys, das sein Bild zur Zentrale in
Grönland übertrug. Er schüttelte den Kopf. Sein Gesicht musste tomatenrot sein.
Noch immer drückte sich sein Schwanz gegen die Jeans. Das Blut rauschte heftig
pochend durch seinen Körper. Wer war diese Frau? Cain hatte sich noch nie viel aus
dem anderen Geschlecht gemacht, was wohl mit seiner menschlichen Vergangenheit
zusammenhing. Er hatte in seinem früheren Leben nicht gerade viele oder
angenehme Erfahrungen in Bezug auf Sex gesammelt, aber diese blonde Sirene hatte
es irgendwie geschafft, seine verloren geglaubten Triebe zu entfesseln.
»Ich melde mich, sobald ich was herausfinde«, fügte Cain rasch hinzu, bevor Cris
Genaueres wissen wollte. Er kappte die Verbindung und fuhr sich durch sein
schwarzes Haar.
Tief durchatmend holte er sich noch einmal die heftigen Sinneseindrücke vor sein
geistiges Auge. Die Vision war sehr real gewesen. Also schien das gerade Durchlebte
in den nächsten Tagen stattzufinden, was nicht hieß, dass es sich unbedingt erfüllen
musste. Die Zukunft war noch nicht geschrieben; Abweichungen waren ständig
möglich. Außer, diese Erfahrung gehörte zu Cains festgelegtem Schicksal; dem
konnte selbst er nicht entkommen.
Cain war wirklich nicht wild darauf, bald einen Abgang zu machen; aber wenn er an
die schöne Frau dachte, die hingebungsvoll an ihm gelutscht hatte, pochte sein
Schwanz schon wieder im schnellen Takt seines Herzens.
Und das … war überhaupt nicht gut.
Leser-Zitat:
“Grüne Augen, spitze Ohren und die heißesten Lippen seit Luzifers lüsterner
Gespielin - die Dämonin zieht alle Register, um den braven Engel Cain zu
überlisten. Der sinnliche, weiche, tiefe Kuss auf seine empfindlichste Stelle
ist vernichtender als ein offener Angriff ...
Inka Loreen Mindens Roman “Engelslust” ist einzigartig. Er verbindet spannend
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